Seelenlicht - Lebe Dein wahres Selbst
- Warum gute Menschen nicht (immer) in den Himmel kommen -

Mir ist aufgefallen, dass viele Menschen - besonders in der sogenannten "Eso-Szene" - viel Wert darauf legen GUT zu sein.
Sie geben alles um im Licht zu stehen, sie möchten sich vom Universum, von Gott geliebt wissen und glauben bewusst oder unbewusst, dass diese Liebe nur dann zu ihnen kommt, wenn sie eben möglichst gut sind.
Aber was heisst es gut zu sein? Wer legt hierfür den Rahmen? Gibt es wirklich eine göttliche Gesetzgebung, in der geschrieben steht, was du zu tun und zu lassen hast, damit du in den "Himmel" kommst? Oder sind das viel mehr menschengemachte Richtwerte?
 
Ist der Wunsch "gut" zu sein nicht auch ein anstrengender Weg? Immer darauf bedacht zu sein, möglichst keine Fehler zu machen, immerzu positiv zu denken und alle "bösen" Gedanken tunlichst zu vermeiden?! Wir wollen das Licht, den Tag und verabscheuen das Dunkle, die Nacht.
Doch dürfen wir eines nicht ausser Acht lassen: wir leben in einer polaren Welt! Da gehören Licht und Dunkelheit dazu, das Spiel von Gut und Böse, vom positiv und negativ. All dies finden wir nicht nur ausserhalb von uns und wird uns daher permanent in der Welt gespiegelt, sondern und vor allem in uns selbst.
 
"Du brauchst keine Angst zu haben", sagte einst die Mutter zu uns. Doch wir, das verängstigte Kind von damals, fühlten nun Mal diese Angst. Wir waren verwirrt,
fragten uns was den falsch sei mit uns, warum wir doch diese Angst in uns fühlen, obwohl Mutti doch sagte, wir bräuchten sie nicht?!
Schon früh wurde uns angelernt, dass das scheinbare Dunkle in uns, unsere Schatten, ein grosses Übel sei, welches auf jeden Fall ausgemerzt gehört. Wir haben dem "Bösen" schon ganz früh den Kampf angesagt und heute als Erwachsene stehen wir immer noch damit auf Kriegsfuss.
 
 

Fleisch essen ist böse!


Besonders die Menschen, die sich aufgemacht haben einen „heiligen spirituellen Weg“ zu gehen, sind oft Pendel welche nur auf eine Seite schlagen wollen: auf die Positive.
Sie verfallen oft einem Wahn des Gutseins, welcher sich in vielen Lebensbereichen zeigen kann.  So urteilen sie zum Beispiel oft scharf zwischen "guter" und "schlechter" Ernährung. Im Trend ist nun mal alles "Gesunde", was also heisst: iss viel Früchte und Obst, ernähre dich möglichst natürlich, am besten gönnst du dir Rohkost! Aber wehe man sieht jemand der Fleisch isst, dann ist aber Feierabend! Solche Menschen erhalten schnell den Stempel "böse", und es wird immer weniger toleriert, solch ein schändliches Leben zu führen. Denn wer Fleisch ist, ist ja wohl kein guter Mensch. Er tötet ja Tiere und kann daher nur ein schlechter oder sehr unbewusster Mensch sein…
Viele Spirituelle vergessen dabei aber, dass die Seele nicht in solch Schwarz/Weiss - Mustern denkt und sie nur Erfahrungen sammeln möchte. Denn was ist, wenn eine Seele über hunderte Inkarnationen hinweg sich immer vegan ernährt hatte, weil sie oft als Mönch oder Priester unterwegs war, und jetzt einmal die Erfahrung des "Fleischessers" machen möchte?
 
Ich sage nicht, dass eine gesunde (und vegane) Ernährung falsch ist! Und ich möchte hier auch nicht darüber diskutieren, was denn nun die perfekte Ernährungsweise ist (das darf jeder für sich selbst herausfinden). Aber was gesund ist, was dem Körper gut tut, das entscheidet oft nicht allein ein Buch oder eine Lebensweise. Unsere Körperintelligenz klärt uns selbst bestens dabei auf was uns gut tut, ohne dass wir uns von zig Ernährungsregeln verwirren müssten!
 
Auch ich pflegte einst den Gedanken, dass Fleischessen nicht spirituell und somit nicht gut für den Seelenweg ist. So setzte ich also alles Fleischliche ab und lebte fortan vegetarisch. Doch hatte ich ab und zu Lust auf ein Steak? Hatte ich Lust auf eine Bratwurst? Ja, absolut! Doch gönnte ich es mir? Oh nein, denn da wäre ich ja dem "Bösen" verfallen und würde nur wieder mieses Karma auf mich laden.
 
Ich kann nun nicht behaupten, dass dieses Experiment immer ein leichtes war, und vor allem nicht ein authentisches. Kürzlich erst bat ich daher mein Höheres Selbst um Rat, wie ich mich denn am besten ernähren sollte.
Es sagte mir nicht viel, aber was es sagte, brachte in mir wieder eine grosse Freiheit zutage. Es entgegnete mir einfach ganz liebevoll aber knapp: "Selbstbestimmt!"
Für mich ein Zeichen dafür: "Horche in dich hinein, in jedem Moment was dir gut tut. Sei der Meister deines Lebens, sei authentisch und folge deinem Körpergefühl.“
Das tat ich denn auch und es fühlt sich einfach besser an, ganz selbstbestimmt zu leben, ohne die aufgestellten Regeln, die da heissen: "Das darfst du, das nicht, das ist böse und das ist gut!"
Doch ist mir bewusst, dass dieser MEIN Weg bestimmt nicht ein alltäglicher Weg der Spirituellen ist und sein muss… :) (Als Indigo steckt halt auch in mir ein kleiner Rebell und ich geniesse es ein wenig zu provozieren...daher bitte ich dich, diesen Text mit einem Augenzwinkern zu lesen;)
 
 

Der ewige Kampf; Gut gegen Böse


Die Ernährung ist aber nur eine Sache. Wir urteilen im Wahn des möglichst Gutseins über alles nur Erdenkliche! Und all das, was wir nicht als gut erachten, das bekämpfen wir; entweder in uns oder im aussen. Der Kampf gegen die Handys, gegen die bösen Politiker, gegen Krieg, gegen Atomenergie, gegen negatives Denken, gegen negative Gefühle und so weiter und so fort. Und dieser Kampf ist es doch, der uns immer wieder resignieren lässt – und der uns schliesslich auslaugt.
 
Was, wenn wir auf unserem Weg des Gut-seins auf einmal stolpern und entdecken, dass wir Gefühle der Eifersucht, des Hasses und der Angst in uns haben? Sofort urteilen wir über uns und stempeln uns als "noch nicht gut genug“ ab.
Was wenn wir auf unserem Weg des Gut-seins in einen Unfall verwickelt werden und uns einen Arm brechen? Dann urteilen wir oft sehr hart über uns selbst! "Ich hab wohl einen Fehler gemacht, sonst wäre  mir dieses Missgeschick nicht passiert. Offensichtlich bin noch nicht weit genug!"
 
Ich erinnere mich noch gut daran, als Bärbel Mohr - die Urheberin der Wunschbestellung an das Universum - plötzlich verstarb. Da ertönte ein lauter Aufschrei in der Eso-Szene: "Wie kann das bloss sein, dass eine Frau wie die Bärbel an Krebs gestorben ist? Sie, die doch uns allen immer predigte wie einfach es ist beim Universum zu bestellen. Sie die doch vorgab, auch eine von uns zu sein: eine Spirituelle! Und dann sowas?"
Kurz: wie kann ein Mensch, der vorgibt "gut" zu sein, solch ein Schicksalsschlag ereilen? Und von solch "guten" Menschen hört man immer wieder.
 
Es gibt einen Teil in uns, der solche Menschen emporhebt, auf die wir vielleicht bewundernd hinaufblicken und sagen: "Wow, ja diese Person hat es geschafft! Sie ist jemand! Sie hat den Weg zum Glück, den absoluten Schlüssel dazu gefunden." Doch wenn dieser Person was zustösst, oder man erfährt Machenschaften von ihr, welche man ihr niemals zugetraut hätte, dann zerfällt das Bild in tausend Stücke. "Sie war halt doch nicht so spirituell wie ich gedacht habe..."
 
Wir identifizieren uns mit solchen Gut-Menschen, in der Hoffnung, durch ihren Weg auch ein Gut-Mensch zu werden. Doch sollte diesem Menschen was "Böses" widerfahren, so verblasst unser Traum des Glücks und wir bleiben enttäuscht zurück.
 
 
 
Sind Spirituelle die besseren Menschen?


In meiner Arbeit als Spiritual Trainer habe ich schon öfters erfahren dürfen, wie viele Menschen erstaunt darüber sind, wenn ich öffentlich zugebe, dass auch ich Ängste kenne und auch mal in Selbstzweifel über mich bin. Da ertönt es dann oft: "Was, DU hast das auch? Wie kommt das denn?"
 
Wie das kommt? Ganz einfach. Es menschelt nun mal sehr auf der Erde, nicht wahr?;) Wir sind alles inkarnierte Lichtengel, vollkommen und rein, doch als menschliche Person verkörpert kommen da schon auch mal gewisse Schattenseiten hoch. Und das aus gutem Grund! Denn nochmals: Wir leben in einer polaren Welt.
Es ist keine Schande Angst zu fühlen, es ist keine Schande im Zweifel zu sein, es ist keine Schande mal ein Stück Fleisch zu essen. Die Frage ist immer nur: Wer ur-teilt da? Wir sind es, die uns oder anderen den Stempel "böse" und "schlecht" aufdrücken! Und dieses Urteilen erst, dieser Kampf gegen das vermeintlich "Böse" macht uns traurig und kostet uns so viel an Lebenskraft und Freude.
 
Wenn wir uns schon spirituell nennen wollen, sollten wir unseren wohlgeschätzten Satz, das alles EINS ist, doch auch ernst nehmen, der da lautet:

"Alles ist EINS, alles ist LIEBE, alles ist GOTT!"
 
Wie kann es denn sein, dass Angst, Wut, Verzweiflung, das Fleisch, das Handy, die Politiker nicht auch GOTT sind? Denn alles ist doch EINS!? Wie kann es denn sein, wenn alles Eins ist und alles GOTT ist, dass da was "Böses" wäre? Ja, ist Gott denn nun doch böse? Oder gibt es etwa nicht nur Gott sondern auch den Teufel? Aber wenn es nicht nur Gott gibt, dann ist alles nicht EINS und wenn alles nicht EINS ist, dann....  Ja, dann leben wir in der Trennung! Und diese Trennung kommt immer dann, wenn wir ur-teilen in Gut und Böse.
 
Hören wir doch auf in die Schemata Gut und Böse zu denken, und gehen viel lieber ins Neutrale "das ist auch hier und hat seine Berechtigung (seinen Sinn) zum Sein" über. Wut, die Angst und die Ohnmacht, all diese haben einen Sinn hier zu sein, sonst wären sie nicht da. Wir müssen nicht einverstanden damit sein, aber wir dürfen diese Emotionen anerkennen. Es gibt die Veganer und die Fleischesser. Beide haben ihre Berechtigung im Leben. Beide gehen IHREN ganz eigenen individuellen Weg.
 
Nochmals: Wir müssen damit nicht einverstanden sein, aber wir leben gesünder und besser, wenn wir damit beginnen, das anzuerkennen was nun mal IST. Und wenn wir dies tun, erlauben wir der Liebe in uns, die Polarität nicht nur zu erkennen, sondern sie auch Stück für Stück aufzulösen. Das Paradies findest du nicht im Urteil, das Paradies findest du erst in der Umarmung des ALLES-WAS-IST!
 
Und wenn du damit beginnst, dich und deine Mitmenschen so anzunehmen, wie sie nun mal sind, so erfährst du Frieden in dir. Wir erschaffen uns immerzu selbst den Himmel oder die Hölle… je nachdem, wie wir urteilen oder ob wir Frieden mit all diesen Gegensätzen schliessen können!
 
 
 

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Erich Fried
 
 
 

 
Manuel V. Garcia








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